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Gefälschtes Olivenöl und schlechte Qualität

Unendliche Geschichte

Olivenöl dürfte das meistgefälschte Lebensmittel Europas sein. Doch auch nicht gefälschtes Olivenöl lässt oft an Qualität zu wünschen, wie sich wieder einmal bei einem Test von Öko-Test im Frühjahr dieses Jahres gezeigt hat. Es gab nur zwei Empfehlungen.
Schon im Mai dieses Jahres hatte die italienische Staatsanwaltschaft (PPO) in Foggia in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden eine organisierte Bande, die mit gefälschtem Olivenöl in Deutschland und Italien handelte, ausgehoben und 24 Personen festgenommen. Zwei Verdächtige italienischer Herkunft wurden in Deutschland mittels Europäischer Haftbefehle festgenommen.
Eurojust, die Behörde für justizielle Zusammenarbeit in der EU mit Sitz in Den Haag, hatte laut eigenen Angaben die nationalen Behörden unterstützt, indem es die Vollstreckung von Europäischen Haftbefehlen und Rechtshilfeersuchen erleichterte und die Aktion, die zur Festnahme der Hauptverdächtigen führte, erfolgreich koordinierte. Der Gesamtschaden wurde auf mindestens acht Millionen Euro geschätzt.

„Natives Olivenöl“ für Deutschland

Die Fälscher-Bande schickte laut Eurojust alle 15 Tage 23 000 l verfälschtes Öl nach Deutschland. Dieses Öl wurde zu einem Preis von rund 1,20 Euro gekauft und nach Verfälschung zu einem Straßenwert von 10 bis 15 Euro verkauft. Das Produkt wurde dann lange Zeit als natives Olivenöl extra auf den deutschen Markt gebracht, hauptsächlich in Restaurants und Geschäften in Stuttgart, Frankfurt und Berlin sowie in Restaurants und Supermärkten in ganz Italien.
Die Ermittlungen in Foggia waren laut Eurojust im Jahr 2015 nach einer Ausschreibung des italienischen Gesundheitsministeriums zum Verkauf von gefälschtem Olivenöl und einem vorherigen Antrag des deutschen Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingeleitet worden. Das Verfahren wurde von den deutschen an die italienischen Behörden übertragen, die Ermittlungen wurden von der italienischen Carabinieri-Einheit NAS – Nuclei Antisofisticazioni e Sanitàfor, einer Spezialeinheit der italienischen Strafverfolgungsbehörden, geführt. Warum aber diese Ermittlungen so viel Zeit in Anspruch nahmen, wird von Eurojust nicht näher erläutert.

Sojabohnenöl statt Olivenöl

Im September dieses Jahres wurde von der NAS ein weiterer Ölbetrug – frode sull’olio – aufgedeckt. Es soll sich insgesamt um 50 Tonnen „modifiziertes“ Öl handeln, 15 Tonnen wurden sichergestellt. Das Sojabohnenöl bzw. angebliche Olivenöl aus Apulien war in die Toskana geliefert und zuvor noch mit Chlorophyll und Beta-Carotin „behandelt“ worden.

h3.Ökotest: Nur zwei Olivenöle empfehlenswert
Im Mai 2019 hat Ökotest 20 „nativ extra“ Olivenöle getestet, nicht nur italienische. Das Ergebnis von Öko-Test: „Jedes Zweite ist stark mit Mineralöl verunreinigt. Einige schmecken zudem ranzig, tragen die falsche Güteklasse oder enthalten einen schädlichen Weichmacher. Nur zwei Olivenöle empfehlen wir überhaupt.“
Nicht überall, wo „extra vergine“ draufsteht, sei gutes Öl drin. Der Test von 20 Olivenölen habe dies leider bestätigt. Immerhin seien alle getesteten Öle echt und nicht mit anderen Pflanzenölen gestreckt gewesen. Zudem waren laut Öko-Test keine nennenswerten Gehalte an weiteren Schadstoffen nachweisbar.
24.10.2019ps

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